Silke Schwarz, Goldmedailien-Gewinnerin
im Degenfechten bei den Paralympics in Atlanta/USA und später
Doppel-Europameisterin schreibt hier Ihre Geschichte - eine Geschichte, die Mut
macht.
Helikopter -
Snowboarding.
Extremsport im Gebirge. Wahnsinn! Und dann passierte es. Ich stürzte in eine
verschneite Gletscherspalte. Hilflos eingeschlossen. Höllische Schmerzen.
Abwechselnd wach und bewußtlos dachte ich: "Aus und vorbei!" Dann kamen Helfer.
Doch es dauerte Stunden, bis sie mich oben hatten. Dann schnell mit dem
Hubschrauber in die Klinik.
Die Hiobsbotschaft:
Querschnittslähmung! So schonend wie möglich brachten mir die Ärzte die
niederschmetternde Diagnose bei, ich war wie betäubt. Verzweiflung, Trauer, Wut
und große Leere wechselten sich in meinem Inneren ab. Bewegungslos lag ich im
Krankenbett. Das Nachdenken bereitete mir seelische Qualen. Lebenslang im
Rollstuhl! Ist das lebenswerte Leben nun zu Ende? Folgen jetzt nur noch Siechtum
und persönliche Schmach? Was wird aus den Lebensplänen? Aus Partnerschaft,
Familie, Beruf, Hobbys ...? Ich hatte keine Antwort!
Neue Hoffnung! In
mir wuchs die Sehnsucht nach etwas, woran ich mich festhalten konnte. Etwas, was
mich vor der sicheren Depression bewahrte. Etwas das alle Ungereimtheiten meines
Lebens begründen konnte und allen Nackenschlägen die Schärfe nahm. Etwas das mir
Kraft und Ruhe, Geduld und Hoffnung gab. Frühling 1993. Von meiner Mutter bekam
ich eine Bibel geschenkt. Mit großem Eifer las ich regelmäßig darin. Irgendwie
wußte ich, daß Gott Antworten auf meine Fragen hat. Da war ein Pfleger, der mich
freundlich und mit großer Geduld betreute. Er war anders als die anderen. Er war
Christ. Wie oft diskutierten wir über Gott und den Glauben an Jesus Christus.
Ich erkannte immer mehr, daß es dabei nicht um ein stures Einhalten
irgendwelcher kirchlicher Rituale ging. Echter Glaube bedeutet, eine lebendige
und reale Beziehung mit Gott und mit Seinem Sohn Jesus Christus einzugehen. Er
liebt uns Menschen und ist uns auch in der allergrößten Not nicht fern. Ja, ihn
wollte ich kennenlernen. Auf ihn meine Hoffnung setzen!
Der entscheidene
Schritt! Wieder war der gläubige Pfleger bei mir am Krankenbett und ging
liebevoll und geduldig auf meine Fragen ein. Er erklärte mir die Bibel. Und dann
lud er mich dazu ein, mein Leben ganz bewußt Jesus Christus anzuvertrauen. Ich
wagte diesen entscheidenen Schritt. Wie? Wir beteten gemeinsam zu Jesus
Christus. Ich legte mein altes und bisher gelebtes Leben in Gottes Hand und
stellte mein neues Leben im Glauben unter die Herrschaft des himmlischen Vaters.
Was ich bisher falsch gemacht hatte, bereute ich und nahm Gottes Vergebung an.
Ich bat Jesus, mir auf meinem neuen Weg beizustehen. Nachdem ich "Amen" gesagt
hatte, war auf einmal ein unerklärlicher Friede in mir. Ich war ganz ruhig. Und
dann stieg eine wunderbare Freude in mir auf! Jetzt habe ich auch wirklich
Die Goldmedaille! Mittlerweile betreibe ich im Rollstuhl Leistungssport:
Rollstuhlfechten! Jesus Christus führte mich zu den "Paralympics" (Olympiade für
Behinderte) nach Atlanta/USA. Dort gewann ich die Goldmedaille im Degenfechten.
Später wurde ich auch Doppel-Europameisterin. Für mich selbst ist das nahezu
unglaublich. Auf meiner Fechtmaske steht der Bibelvers aus 1. Petrus 2, 9:
"...daß ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der
Finsternis zu seinem wunderbaren Licht." Dieses Bibelwort ist zu meinem
Lebensmotto geworden.
Seit fünf Jahren sitze
ich nun im Rollstuhl, Jesus Christus ist ständig mit mir, in Freud und Leid, in
Schmerz und Ratlosigkeit, im Beruf und Alltag und auch im Leistungssport. Dafür
bin ich so dankbar. Gott spricht zu jedem, der an ihn glaubt und Ihm vertraut:
"Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir! Weiche nicht, denn ich bin dein Gott.
Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner
Gerechtigkeit", Jesaja 41,40.
Silke Schwarz

Fotos: Jürgen Börger,
E-mail:
jboerger@holtmeyer.com
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